Die Presse über Zeichen&Wunder

Am 4. Februar 2009 erschien in der Frankfurter Neuen Presse folgender Artikel über Zeichen&Wunder:

Literatur ist seine Leidenschaft
Mit Kommilitonen gründete Hubert Brunträger 1989 in einer Kneipe in Mainz die Literaturzeitschrift «Zeichen & Wunder». Mittlerweile sind schon 52 Ausgaben erschienen.

Eine Eule wirft Buchstaben vom Himmel, die sich auf Erden als Symbole zu intelligenten Gebilden zusammenfügen – nämlich Wörter, Sätze und Texte. Tatsächlich stand das erste Umschlagbild auch für den Titel und das Motto der Zeitschrift «Zeichen & Wunder». Das war vor 20 Jahren. «Unsere Zeitschrift hatte eher noch das Format und Layout einer Schülerzeitung», erinnert sich der verantwortliche Herausgeber Hubert Brunträger. Damals wie heute laufen in seiner Wohnung im Grüneburgweg alle Fäden zusammen. «Dass eine Literaturzeitschrift so lange überlebt, ist schon bemerkenswert», stellt er mit ein bisschen Stolz fest. «Viele schaffen es nur ein paar Jahre lang, weil Idealismus alleine eben nicht ausreicht.» Gerade jetzt zum 20. Geburtstag haben sich Brunträger und sein neues Team eine Menge vorgenommen. So präsentiert sich das aktuelle Heft «Rätsel und Geheimnisse» über Unergründliches zwischen Himmel und Erde mit dem professionellen Layout einer Karlsruher Druckfirma. Schon seit ein paar Jahren konzentriert sich die Zeitschrift auf Literatur und Schriftsteller. Zusammen mit den Mitherausgebern Christoph Leisten, Anne Zegelman und Andreas Lehmann will Brunträger die Zeitschrift bekannter machen und Nachwuchstalenten wie Rainer Wieczorek zum Durchbruch verhelfen.

Die Liste namhafter Autoren, die ihre Beiträge in «Zeichen & Wunder» veröffentlichte, kann sich sehen lassen. Mit dabei sind etwa Christoph Peters und Henning Ahrens, die bereits einige Werke veröffentlicht und bedeutende Literaturpreise gewonnen haben. «In den vergangenen 20 Jahren sind bei uns rund 400 Autoren zum Zug gekommen», erinnert sich Brunträger. Neben literarischen Beiträgen finden in der Zeitschrift auch Essays zu zeitkritischen Themen eine Plattform. Aussortiert wurden vor längerer Zeit Beiträge über Kinofilme und benachbarte Sparten der Kulturszene. «Man muss sich auf Schwerpunkte konzentrieren, damit man als Sammelsurium wirkt», begründet Brunträger die Entscheidung. Und blickt zurück auf einen langen Weg.

«Nach den ersten Ausgaben meldeten sich zunächst die Kritiker und Besserwisser zu Wort», erinnert sich der Herausgeber. Die ersten Jahre mit einer Auflage von 100 Exemplaren seien durchaus eine Phase des Ausprobierens gewesen. Mit zuweilen originellen Ergebnissen. So erschien 1991 zum Irakkrieg eine Ausgabe, die zweifelhafte bürgerliche Haltungen mit dem Motiv des Feiglings aus Mozarts Opern illustrierten. Auf dem Titelbild war das Porträt des Komponisten auf der Packung eines bekannten Pralinenherstellers zu sehen. «Die Mozartkugeln haben wir hinterher alle selbst gegessen.»

Dann galt es, weitere Kontakte zu knüpfen, durch Kulturveranstaltungen und Pressearbeit bekannt zu werden. Am Anfang wechselten die Mitarbeiter der Redaktion häufig. Und besonders schwerwiegend war der Tod von Thorsten Casmir vor 15 Jahren. «Ich verlor nicht nur einen engagierten Kollegen in Sachen Networking, sondern auch einen persönlichen Freund von mir.» Es folgten ein tiefer Einschnitt und ein schwerer Neubeginn. Nach der Positionierung als reine Literaturzeitschrift und dem Aufbau eines neuen Mitarbeiter- und Autorenstamms zur Jahrtausendwende hat die Zukunft für «Zeichen & Wunder» nun begonnen.

Doch grenzt es an ein Wunder, dass mit seiner Zeitschrift auch Brunträger 20 Jahre lang überlebt hat? «Sehr viel Eifer, Selbstlosigkeit und ein wenig Glück gehören wohl schon dazu», meint der Herausgeber. Das Hauptproblem liege einerseits darin, dass man auch bei einer Auflage von 500 Heften mit der Zeitschrift seinen Lebensunterhalt nicht bestreiten könne. «Deshalb brauchen wir alle andere Arbeiten als freier Journalist, Lehrer, Kulturmanager oder ähnliches», sagt Brunhuber, der Germanistik, Geschichte und Politikwissenschaft studiert und seine Dissertation über Thomas Mann geschrieben hat. Er hat schon in Werbe- und PR-Agenturen gearbeitet, ist seit 2007 freier Journalist, Texter und Trainer für Kommunikation. Andererseits biete gerade dieses Projekt die Möglichkeit, auch selbstbestimmt etwas zu verwirklichen und dabei auch anderen Menschen zum Erfolg zu verhelfen. Etwa Rainer Wieczorek, der sich «auf dem Sprung» auf der Karriereleiter am 31. März um 19.30 Uhr im Bibliothekszentrum Sachsenhausen in der Hedderichstraße 32 präsentiert.

«Zeichen & Wunder» gibt’s in der Buchhandlung, Grüneburgweg 76, und bei Hubert Brunträger, Grüneburgweg 89, 60 323 Frankfurt, E-Mail: bruntraeger.xy@nospam.web.de. got