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03.06.2011 Alter: 263 Tag(e)

Zeichen&Wunder Ausgabe 56

Die aktuelle Ausgabe von Zeichen&amp;Wunder mit dem Schwerpunktthema „Scham” (Nr. 56) ist erschienen! Bestellungen werden jederzeit per E-Mail (zeichenwunder@gmx.de) entgegengenommen.



"Scham" (Aus dem Vorwort der aktuellen Ausgabe)

 

Sich zu schämen – für sich selbst oder für andere – ist eine Empfindung, die tief sitzt und lange nachwirkt. Literarische Texte können zu diesem Gefühl durchdringen. Sie können Scham verbalisieren, was demjenigen, der sich schämt, üblicherweise schwerfällt, sie können Möglichkeiten durchspielen, mit Scham umzugehen, und sie können der Frage auf den Grund gehen, warum und wofür wir uns eigentlich schämen. Scham setzt also voraus, dass wir uns unserer selbst bewusst sind und uns gleichzeitig mit den Augen anderer sehen können; sie ist eng verbunden mit unserer Identität.

Scham ist alles andere als nebensächlich, wenn es um die Entstehung von Texten geht: Ohne den Sündenfall wäre die Bibel vermutlich ein ziemlich schlankes Buch, ohne die Früchte des einen Baumes in der Mitte des Gartens hätten Adam und Eva wohl immer im Paradies gelebt. Sie hätten nie erkannt, dass sie nackt sind, und sich dessen auch nicht schämen können. Für eine Zeitschrift mit einem biblischen Titel wie die unsere lag es also förmlich auf der Hand, die Frage nach der Bedeutung von „Scham” zu stellen. An den eingesandten Texten für diese Ausgabe kann man aber ablesen, dass wir nicht alleine waren mit unserem Interesse. Die Beiträge handeln von großen Gefühlsausbrüchen und kleinen Siegen, zeigen völlige Schamlosigkeit und sorgfältig Verborgenes.

Wir hoffen, dass sie Ihnen, liebe Leser, spannende Lektüren ermöglichen – egal, ob Sie heimlich und verschämt in unserem Heft blättern oder demonstrativ und womöglich laut in der Öffentlichkeit lesen.