Motivation

"Der Nutzen ist das große Idol der Zeit, dem alle Kräfte fronen und alle Talente huldigen sollen. Auf dieser groben Waage hat das geistige Verdienst der Kunst kein Gewicht, und, aller Aufmunterung beraubt, verschwindet sie vom lärmenden Markt des Jahrhunderts." 

(Friedrich Schiller, Über die ästhetische Erziehung des Menschen, 1795)

Schiller irrte. Die Kunst ist nicht verschwunden, aber die andere Tendenz, der unmittelbare funktionale Nutzen ist seit Schillers Tagen immer wichtiger geworden.
Wir dagegen wollen die andere Seite stärken, die der Kultur. Zeichen&Wunder präsentiert seit 1989 Erstveröffentlichungen von Essays, Erzählungen, Kurzprosa und Gedichten. Wir möchten damit sowohl die "gebildeten Stände" erreichen als auch die sogenannten interessierten Laien.

Die Beiträge werden für Zeichen&Wunder eigens illustriert. Nach Möglichkeit bilden wir inhaltliche Schwerpunkte. Bisherige Themen waren z.B. Informations-gesellschaft, Naturästhetik, Kino, junge russische Literatur etc. Wir wollen mit unseren Themen als Kind unserer Zeit erkennbar bleiben, ohne zeitgeistig zu werden.
Sowohl kritische Aufklärung als auch ästhetische Kultur sind uns wichtig. Literatur dient nicht nur der Unterhaltung, sondern auch der Erkenntnis. 

Die Auswahl der Beiträge unterliegt vor allem qualitativen Kriterien, aber auch dem Geschmacksurteil der Herausgeber, die gleichzeitig die Redaktion bilden. Wir möchten, dass ein Text nicht allein der Selbsterfahrung des Autors dient, sondern dass eine intersubjektive Erfahrung möglich werden kann.

Profil

Zeichen&Wunder präsentiert zweimal jährlich Erstveröffentlichungen von Essays, Erzählungen, Kurzprosa und Gedichten. Jede Ausgabe der Zeitschrift wird von wechselnden Künstlern eigens illustriert.
Vor allem für junge Autoren hat Z&W oftmals eine Art Katalysator-Wirkung gehabt. Nicht wenige der Autoren publizieren inzwischen bei renommierten Verlagen und haben sich im Literaturbetrieb dauerhaft etabliert.
Der Nachwuchsförderung dient auch die Zusammenarbeit mit dem „Jungen Literaturforum Hessen-Thüringen“, dessen beste Texte eine eigene Rubrik in Z&W erhalten haben.
In der Regel hat jede Ausgabe einen inhaltlichen Schwerpunkt: Identität, Paradiese, Grenzerfahrung, Konsum, Religion und Vernunft, das Schwere und das Leichte, Informationsgesellschaft, Naturästhetik, Kino, Literatur des Maghreb, um nur einige zu nennen. Inhaltlich sucht die Zeitschrift Distanz zu den aktuellen Ereignissen des Weltgetriebes zu halten, ohne der Weltflucht das Wort zu reden. 

Alle Redaktionsmitglieder eint die Liebe zur Literatur und der Anspruch, dieser eine Plattform zu geben, die auf kritischer Aufklärung und ästhetischer Kultur ruht. Die Auswahl der Beiträge unterliegt damit vor allem qualitativen Kriterien, aber auch dem literarischen Urteilsvermögen der Herausgeber. Die Text sollen ästhetisch auf der Höhe der Zeit sein und somit intersubjektive Erfahrung ermöglichen.

Die Herausgeber

Anna Ertel

Geboren 1979 am Bodensee, Studium der Germanistik und Psychologie, Promotion über deutschsprachige Gegenwartslyrik (Körper, Gehirne, Gene. Lyrik und Naturwissenschaft bei Ulrike Draesner und Durs Grünbein, Berlin/New York 2010); lebt und arbeitet in Freiburg.

Marco Fischer

Geboren 1969 in Bad Kreuznach, Studium Kommunikationsdesign in Wiesbaden, danach freier Art Director für verschiedene Agenturen, seit 1998 geschäftsführender Gesellschafter „Die Firma GmbH – Agentur für innovative Kommunikation“, ausgezeichnet mit zahlreichen nationalen und internationalen Design-Awards, lebt in Wiesbaden.

Andreas Lehmann 

Geboren 1977 in Marburg, Studium der Amerikanistik/Komparatistik und Buchwissenschaft in Mainz, Arbeit im Hörbuchlektorat eines Sach- und Fachbuchverlages in Darmstadt. Publikation von Gedichten und Erzählungen in Anthologien und Zeitschriften; ein großes spiel, das alles. Gedichte als 3. Sonderheft der Zeitschrift ‚Der Dreischneuß‘ (2009), Endrundenteilnahme beim 17. und 18. Open Mike in Berlin (2009, 2010); lebt in Mainz.

Simone Leidinger

Geboren 1981 in Saarbrücken, Studium der Germanistik, Buchwissenschaft und Musikwissenschaft in Mainz und Berlin, Mitarbeit an einer historisch-kritischen Edition, lebt in Mainz.

Christoph Leisten 

Geboren 1960 in Geilenkirchen, Studium der Germanistik und Philosophie in Bonn, lebt bei Aachen. Lehrer und Autor; zuletzt erschien der Lyrikband der mond vergebens (2006).

Sebastian Marx

Geboren 1979 in Trier, Studium der Germanistik in Karlsruhe, Promotion in neuerer deutscher Literaturwissenschaft (Betriebsamkeit als Literatur. Prosa der Weimarer Republik zwischen Massenpresse und Buch, Bielefeld 2009). Lebt in Mainz und arbeitet in einer Frankfurter PR-Agentur.